Achtsamkeit

We can change the brain by changing the mind (Richard Davidson)

Am Montag, den 18. März 2019, hatte unsere Schule die Gelegenheit eine einzigartige Begegnung mit dem renommierten Hirnforscher, Prof. Dr. Richard Davidson, in der Alten Kongresshalle am Bavariapark, zu machen.

Warum ist diese Veranstaltung für uns so interessant?

Seit gut einem Jahr haben sich Lehrkräfte und Schülerinnen unserer Schule auf den Weg der Achtsamkeit gemacht. Mentales Training, wie Meditation und Achtsamkeitsübungen, finden zunehmend Einzug in den Unterricht.

Da liegt es nahe, den Pionier auf dem Gebiet der Achtsamkeit, aus nächster Nähe zu erleben.

Mutige Schülerinnen der achten und zehnten Jahrgangsstufen beantworteten Fragen von Prof. Dr. Richard Davidson in englischer Sprache:

Where are you? What’s your mind, your brain? Does it have a colour?

Wir Menschen besitzen die Fähigkeiten, unseren Geist zu beeinflussen und somit Veränderungen unserer Gehirnstruktur herbeiführen, so dass wir dadurch für unser Wohlbefinden auf direktem Wege und zu jeder Zeit sorgen können.

Dies ist ein Geschenk, dass jeder Mensch besitzt – wir müssen es nur nutzen.

In den letzten Jahren hat sich ein rasanter gesellschaftlicher Wandel vollzogen, der Ausdruck findet in einer Gesellschaft, die schnelllebig und unstetig geworden ist, in der der Leistungsgedanke und die Konkurrenzfähigkeit oberste Priorität haben und volle Terminkalender bereits bei den Schülerinnen und Schülern zu finden sind.

Welche Konsequenzen dies hat, können wir an zeittypischen Erscheinungen wie Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Versagensängsten und Flucht in virtuelle Welten erkennen, um nur einige zu nennen.

Dieser Entwicklung möchten die Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule durch das Erleben der Achtsamkeit etwas entgegensetzen. Wir sind davon überzeugt, dass gute Leistungen nur erbracht werden können, wenn die Schülerinnen, neben dem Erwerb von fachlichem Wissen, mit einem Handwerkszeug ausgerüstet sind, das ihnen die Sicherheit gibt, die stetig wachsenden Herausforderungen des Lebens zu meistern.

„Gute schulische Leistungen, insbesondere auch hervorragende Fachleistungen, können nur von Schülerinnen und Schülern erbracht werden (…), die sich subjektiv gut fühlen und körperlich-psychisch mit sich im Einklang sind.“ (Vera Kaltwasser, Achtsamkeit in der Schule, S. 9, 2008)

Als ausgebildete Meditationslehrerin hatte Frau Marianne Kutzner bereits im Schuljahr 2010/11 in einem eigens für die Schule konzipiertes Wahlfach namens LILA lindgrün damit begonnen, ihren Schülerinnen Raum zu geben für Momente der Ruhe, des Innehaltens und für Achtsamkeit im Alltag, mit dem Ziel, den Schülerinnen ein gesundes Selbstwertgefühl und Freude am Leben und Lernen nahe zu bringen.

An zwei Projektvormittagen, am 18. und 19. Juli 2018, wurde für die Schülerinnen und Lehrkräfte die Möglichkeit geschaffen, Achtsamkeit erfahrbar zu machen.

Unterstützt wurden wir von der Hochschule München. Die Schülerinnen wurden in verschiedenen Workshops wie Qi Gong, Gehmeditation, Yoga, Trommeln, Körperwahrnehmung (Bodyscan) und Sitzmeditation, zusammen mit ihren Lehrkräften an das Thema Achtsamkeit durch ausgebildete Trainer und Trainerinnen herangeführt.

Frau Maria Kluge, Leiterin des Achtsamkeitshauses von Osterloh und MBSR Lehrerin, leitete ebenfalls einen Workshop und überreichte allen Schülerinnen und Lehrkräften ein Exemplar ihres Buches The Toolbox is you.

Als Höhepunkt der Veranstaltung durften wir Professor Andreas de Bruin an der Schule begrüßen, der die gesamte Schulgemeinschaft zu einer Meditation einlud, bei der auch Frau Nordheim aus dem Referat für Bildung und Sport als Leiterin der Abteilung Realschulen und Schulen besonderer Art anwesend war.

Die Städtische Salvator-Realschule für Mädchen als weiterführende Schule bewegt sich hier auf Neuland und möchte Pionierarbeit leisten, um mit einem ganzheitlichen Ansatz die Achtsamkeit in den Schulalltag zu integrieren.

So haben wir in diesem Schuljahr die Achtsamkeit fest im Stundenplan verankert. In sogenannten AuM-Stunden (Achtsamkeit und Meditation) haben die Lehrkräfte die Möglichkeit, mit ihrer Klasse eine in Achtsamkeit und Meditation bereits ausgebildete Lehrkraft in den Unterricht zu holen, um Entspannungstechniken zu praktizieren und Stille zu erleben,  um dann mit der nötigen Aufmerksamkeit und Konzentration weiterzuarbeiten und zu lernen.  In den Jahrgangsstufen fünf und sechs ist eine Stunde in der Woche fest in der Stundentafel für die Achtsamkeit vorgesehen. In Wahlkursen und im differenzierten Sportunterricht finden sich weiter Angebote, wie z.B. Yoga, die von allen Schülerinnen genutzt werden können.

Am 19. Oktober 2018 besuchten Lehrkräfte unserer Schule den ersten deutschen Meditationskongress in Frankfurt, um sich mit Vertretern der Bildungspolitik, Neurowissenschaftlern und Referenten wie Professor de Bruin und Vera Kaltwasser auszutauschen. An diesem Tag bekamen wir die Möglichkeit, unser Projekt einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Am Buß- und Bettag 21.11.2018 fand eine schulinterne Lehrerfortbildung statt, in der für den Unterricht anwendbare Achtsamkeitsübungen erprobt wurden. Das Mittagessen wurde mit einem gemeinsam hergerichteten Buffet in schweigender Achtsamkeit eingenommen.

Gabriele Brunner (Schulleiterin),

Marianne Kutzner (Projektleiterin Achtsamkeit in der Schule)